Scherstetten | Ortsteile – Gemeinde Scherstetten

Scherstetten und seine Ortsteile

Scherstetten

Die erste urkundliche Erwähnung Scherstettens geht auf das Jahr 1252 zurück. Damals bestätigte Bischof Hartmann von Augsburg die Schenkung eines Hofes an das Kloster Ursberg durch eine "domina Kuigardis de Schersteten". Sie war die Gattin des Ritters, der als Besitzer des Schlosses auf dem Schlossberg residierte. Der Schlossberg erhebt sich östlich des Dorfes. Im Jahre 1259 erwarb das Augsburger Heilig-Geist-Spital von Ritter Bertold von Scherstetten dessen Güter im Ort und um 1290 die beiden Berghöfe. Im Jahr 1406 kaufte das Spital vom Domherrn Heinrich von Knöringen den "Widemhof" (Pfarrhof) samt den Grundstücken sowie das Patronat, den Zehnten und die niedrige Gerichtsbarkeit. Seit 1490 besaß die Herrschaft von Schwabegg in Scherstetten den Geiselhof.

Nach 1500 wurden Söldner angesiedelt. Die Anzahl der spitälischen Anwesen erhöhte sich von ursprünglich zehn auf 24. Von 1500 bis 1800 gehörten zwei Drittel des Ortes dem Spital Augsburg und ein Drittel der bayerischen Grafschaft Schwabegg. Die zahlreichen Kriege dezimierten das Dorf immer wieder. So kamen im 30jährigen Krieg von 1618 bis 1648 etwa zwei Drittel der Bevölkerung um. Erst um 1700 gab es wieder verstärkt Einwanderungen aus Tirol, der Schweiz und Berchtesgaden.

Im Jahre 2002 feierte Scherstetten sein 750-jähriges Jubiläum. Mit der in diesem Rahmen aktualisierten und neu aufgelegten Dorfchronik von Dr. Albert Haider aus dem Jahre 1934 verfügt man über ein historisch detailliert ausgearbeitetes Heimatbuch.

Heute besteht das Ortszentrum aus der Kirche St. Peter und Paul mit dem Ensemble aus renoviertem Pfarrhof und umgebautem Pfarrstadel (Theater- und Veranstaltungsraum) sowie der alten Schule (Kindergarten, Gemeindekanzlei, Musikprobenraum) und dem neu errichteten Feuerwehrgerätehaus.

Erkhausen

Erkhausen wird erstmals Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Es gehörte nach St. Ulrich in Augsburg. Die Vogtei (Schutzherrschaft) über das Pfarrkirchlein St. Nikolaus den Maierhof und drei weitere Anwesen übten die Inhaber der Veste Hattenberg aus.

Um 1500 vergrößerte sich das Dörflein und zählte dann neun, nach 1700 insgesamt zwölf Anwesen. Erkhausen war an sich eine eigene Pfarrei, hatte aber ganz selten einen eigenen Pfarrer und wurde von Scherstetten aus mitbetreut. Im Jahr 1806 wurde das erst 1697 erbaute Erkhauser Pfarrkirchlein abgebrochen. Die Steine wurden für den Neubau des Schulhauses in Scherstetten verwendet. Dafür wurde die noch heute stehende Kapelle im Jahre 1837 errichtet.

Konradshofen

Das Martinspatrozinium der Kirche lässt darauf schließen, dass die Siedlung im 8. Jahrhundert durch die fränkische Staatskolonisation angelegt wurde. Bischof Embriko von Augsburg kaufte 1070 das Gut und übergab es im folgenden Jahr dem Augsburger Kollegiatstift St. Gertrud.

Das Stift veräußert den Besitz 1566 an Ritter Hans von Rechberg, Pfandinhaber der Herrschaft Schwabegg. Seine Neuerwerbung sandte er 1569 dem Bayrischen Herzog zu Lehen auf. Damit erhielten Dorf und Gemarkung Konradshofen den Rang einer Herrschaft. Rechberg baute im Dorf ein Schloss (es wurde 1623 abgebrochen) und errichtete zudem 47 kleine Häuser für Handwerker, meist Weber. Der Ort fiel aber spätestens 1622, wahrscheinlich schon 1619, an Bayern zurück und war wie früher Teil der Herrschaft Schwabegg.

Am 6. März 1843 wütete ein Großbrand im Dorf, dem insgesamt 17 Anwesen zum Opfer fielen. 77 Menschen wurden obdachlos.

Im Zuge der Gebietsreform erfolgte 1978 die Eingemeindung von Konradshofen nach Scherstetten.
Den Mittelpunkt des Ortes bildet heute neben der Pfarrkirche St. Martin von Tours das ehemalige Schulgebäude, das seit 1988 vielen Vereinen und Gruppierungen als Heimstätte dient.